Wabenhonig gehört zu den ursprünglichsten und zugleich exklusivsten Honigprodukten. Die Bienen bauen frische Naturwaben, füllen sie mit Nektar und verschließen jede einzelne Zelle mit einem Wachssiegel. Genau so gelangt der Honig später zum Kunden – unverarbeitet, unverfälscht und sichtbar echt.
Für Imker bietet Wabenhonig eine hervorragende Möglichkeit, sich von gewöhnlichem Schleuderhonig abzuheben. Gleichzeitig ist die Herstellung anspruchsvoller. Erfolgreiche Wabenhonigproduktion erfordert starke Bienenvölker, das richtige Timing und eine saubere Betriebsweise.
In diesem Beitrag zeigen wir eine bewährte Best-Practice-Methode, wie Wabenhonig produziert wird – und wie unser Wabenhonigsystem dabei hilft, hochwertige und perfekt präsentierbare Waben zu erzeugen.
Wabenhonig ist Honig, der direkt in der von den Bienen gebauten Wabe verkauft wird. Anders als bei Schleuderhonig wird die Wabe nicht entdeckelt und ausgeschleudert, sondern vollständig als Lebensmittel vermarktet.
Für Verbraucher hat das mehrere Vorteile:
vollkommen naturbelassen
nicht erhitzt
nicht gefiltert
keine Verarbeitungsschritte
Der Honig befindet sich exakt in dem Zustand, in dem ihn die Bienen produziert haben.
Die Herstellung von Wabenhonig ist für Bienen deutlich aufwendiger als die Produktion von Schleuderhonig.
Bienen müssen für Wabenhonig neue Waben bauen, während beim Schleuderhonig vorhandene Waben mehrfach verwendet werden.
Für die Produktion von Wachs benötigen Bienen enorme Energiemengen. Studien zeigen, dass Bienen ungefähr 8 kg Honig verbrauchen müssen, um 1 kg Wachs zu erzeugen.
Das bedeutet:
hoher Energieaufwand für das Volk
geringere Honigmenge pro Volk
aufwendigere Betriebsweise
Aus diesem Grund ist Wabenhonig ein seltenes und hochwertiges Produkt, das in der Direktvermarktung meist deutlich höhere Preise erzielt als normaler Honig.
Bevor ein Volk Wabenhonig produziert, müssen mehrere Faktoren stimmen:
sehr starke Bienenvölker
viele junge Baubienen
intensiver Bautrieb
starke Tracht
richtige Betriebsweise
Fehlt einer dieser Punkte, wird die Produktion häufig ungleichmäßig oder unvollständig.
Der wichtigste Erfolgsfaktor für Wabenhonig sind extrem starke Bienenvölker.
Nur Völker mit vielen jungen Baubienen können:
frische Naturwaben schnell bauen
große Mengen Nektar eintragen
die Waben vollständig füllen
die Waben makellos verdeckeln
Schwächere Völker zeigen häufig folgende Probleme:
langsamer Wabenbau
ungleichmäßiger Ausbau
unverdeckelte Zellen
teilweise gefüllte Waben
Solche Waben sind später oft nicht vermarktungsfähig.
Geeignete Völker sollten:
eine sehr große Bienenmasse besitzen
viele junge Arbeiterinnen enthalten
eine leistungsstarke Königin haben
nicht in Schwarmstimmung sein
Viele Imker arbeiten daher mit einer kompakten Brutraumführung, um maximale Volksstärke zur Haupttracht zu erreichen.
Ein Volk in Schwarmstimmung stellt seine Bautätigkeit weitgehend ein – damit ist die Wabenhonigproduktion meist beendet.
Ein häufiger Fehler ist, den Wabenhonigraum zu früh aufzusetzen.
Zu Beginn einer Tracht konzentrieren sich die Bienen auf Nektareintrag, nicht auf intensiven Wabenbau.
Bewährt hat sich daher folgende Vorgehensweise:
Zuerst wird ein normaler Honigraum mit ausgebauten Waben aufgesetzt.
Kurz vor dem Höhepunkt der Tracht wird der Wabenhonigraum darunter gesetzt.
Zu diesem Zeitpunkt:
sind die Völker maximal stark
herrscht intensiver Bautrieb
wird viel Nektar eingetragen
Jetzt beginnen die Bienen zuverlässig mit dem Ausbau der Waben.
Unser Wabenhonigsystem besteht aus Trägerrahmen, in denen mehrere einzelne Wabenhonigelemente gebaut werden.
Die Bienen bauen darin frische Naturwaben, die später direkt entnommen und verpackt werden können, ohne dass große Waben geschnitten werden müssen.
Das hat mehrere Vorteile:
saubere Wabenstruktur
weniger Bruch beim Schneiden
gleichmäßige Portionen
deutlich schnellere Verarbeitung
Die beste Methode ist, eine komplette Honigzarge ausschließlich mit Wabenhonig-Trägerrahmen zu bestücken.
Vorteile:
gleichmäßiger Wabenbau
kein Wildbau
saubere Wabenführung
optimaler Ausbau aller Elemente
Die Bienen arbeiten dabei in einer geschlossenen Einheit und bauen die einzelnen Elemente meist sehr sauber aus.
Manchmal soll nur ein Teil des Honigraums für Wabenhonig genutzt werden.
In diesem Fall ist es wichtig, den Bereich klar vom restlichen Honigraum zu trennen.
Ohne Trennung entstehen häufig:
Verbau zwischen Rähmchen
schiefer Naturbau
beschädigte Waben beim Ziehen
Hier kommen Trennschiede zum Einsatz.
Aufbau mit Trennschieden
Der Honigraum sollte dann so aufgebaut sein:
→ normale Honigraumrähmchen
→ Trennschied
→ (mehrere) Wabenhonig-Trägerrahmen
→ Trennschied
→ normale Honigraumrähmchen
Die Trennschiede sorgen dafür, dass:
der Wabenhonigbereich klar abgegrenzt ist
die Bienen sauber bauen
kein Wildbau entsteht
die Waben später leicht entnommen werden können
Gerade beim Naturbau ist diese Trennung sehr wichtig.
Während der Haupttracht sollte der Ausbau regelmäßig kontrolliert werden.
Empfehlung:
Kontrolle alle paar Tage
Dabei wird überprüft:
Fortschritt des Wabenbaus
Füllgrad der Waben
Gleichmäßigkeit des Ausbaus
Falls Randwaben schlechter ausgebaut werden, können sie in die Mitte gehängt werden, wo die Bautätigkeit meist stärker ist.
Sobald etwa zwei Drittel der Waben ausgebaut sind und die Tracht anhält, kann ein weiterer Honigraum aufgesetzt werden.
Nicht jede Tracht eignet sich für Wabenhonig.
Ideal sind Honige, die lange flüssig bleiben.
Geeignete Trachten sind beispielsweise:
Akazienhonig
Edelkastanienhonig
Waldhonig
Frühtrachten wie Raps kristallisieren oft bereits in der Wabe und eignen sich daher nur bedingt für Wabenhonig.
Die Ernte erfolgt, sobald:
die Waben vollständig gefüllt sind
alle Zellen verdeckelt sind
die Waben makellos erscheinen
Der ideale Zeitpunkt ist am frühen Vormittag, wenn noch wenig frischer Nektar eingetragen wurde.
Um eine bienenfreie Entnahme zu ermöglichen, wird ein bis zwei Tage vorher eine Bienenflucht eingelegt.
Nach der Entnahme aus dem Volk gelten die gleichen Anforderungen wie bei anderen Honigprodukten.
Der Verarbeitungsraum sollte:
sauber und ordentlich sein
glatte, abwaschbare Oberflächen besitzen
eine Handwaschgelegenheit haben
Saubere Kleidung und gewaschene Hände sind selbstverständlich.
Wabenhonig ist ein Premiumprodukt.
Die Verpackung sollte diese Wertigkeit widerspiegeln.
Mögliche Verpackungen sind:
Zellglasbeutel
transparente Kunststoffboxen
hochwertige Kartonagen mit Sichtfenster
Eine hochwertige Verpackung unterstützt nicht nur den Verkaufspreis, sondern vermittelt auch Vertrauen.
Wabenhonig erzielt in der Regel deutlich höhere Preise als Schleuderhonig.
Je nach Markt liegen die Preise häufig beim zwei- bis dreifachen von hochwertigem Schleuderhonig.
Typische Verkaufspreise liegen häufig zwischen:
35,- € und über 60,- € pro Kilogramm
Der wichtigste Verkaufsfaktor ist jedoch die Geschichte hinter dem Produkt.
Kunden kaufen Wabenhonig besonders gerne, wenn sie verstehen, was sie vor sich haben.
Typische Aussagen sind:
„Honig in seiner ursprünglichsten Form“
„Direkt aus dem Bienenstock“
„Von den Bienen selbst versiegelt“
Die sichtbare Wabe ist dabei das stärkste Qualitätsversprechen.
Der Kunde erkennt sofort:
Dieser Honig ist unverfälscht.
Viele Probleme entstehen durch kleine Fehler in der Betriebsweise.
Die häufigsten sind:
Zu schwache Völker
→ langsamer Wabenbau
Zu früher Zeitpunkt
→ wenig Bautrieb
Teilbelegung ohne Trennschiede
→ Verbau zwischen Rähmchen
Schwarmstimmung
→ Bautätigkeit stoppt
Ungeeignete Tracht
→ Honig kristallisiert in der Wabe
Wer diese Punkte beachtet, kann die Erfolgsquote deutlich erhöhen.
Die Produktion von Wabenhonig gehört zu den anspruchsvolleren Bereichen der Imkerei – belohnt jedoch mit einem außergewöhnlichen Produkt.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in drei Faktoren:
extrem starke Bienenvölker
der richtige Zeitpunkt zur Haupttracht
ein durchdachtes Wabenhonigsystem
Unser Wabenhonigsystem ermöglicht eine besonders saubere und effiziente Produktion – vor allem dann, wenn komplette Honigräume damit bestückt werden oder bei Teilbelegung mit Trennschieden gearbeitet wird.
So entstehen makellose Naturwaben, die direkt als hochwertiges Premiumprodukt vermarktet werden können – Honig in seiner ursprünglichsten Form.
