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Wabenhonig herstellen

Praxisleitfaden für Imker mit unserem Wabenhonigsystem

Wabenhonig gehört zu den ursprünglichsten und zugleich exklusivsten Honigprodukten. Die Bienen bauen frische Naturwaben, füllen sie mit Nektar und verschließen jede einzelne Zelle mit einem Wachssiegel. Genau so gelangt der Honig später zum Kunden – unverarbeitet, unverfälscht und sichtbar echt.

 

Für Imker bietet Wabenhonig eine hervorragende Möglichkeit, sich von gewöhnlichem Schleuderhonig abzuheben. Gleichzeitig ist die Herstellung anspruchsvoller. Erfolgreiche Wabenhonigproduktion erfordert starke Bienenvölker, das richtige Timing und eine saubere Betriebsweise.

 

In diesem Beitrag zeigen wir eine bewährte Best-Practice-Methode, wie Wabenhonig produziert wird – und wie unser Wabenhonigsystem dabei hilft, hochwertige und perfekt präsentierbare Waben zu erzeugen.


Was ist Wabenhonig?

Wabenhonig ist Honig, der direkt in der von den Bienen gebauten Wabe verkauft wird. Anders als bei Schleuderhonig wird die Wabe nicht entdeckelt und ausgeschleudert, sondern vollständig als Lebensmittel vermarktet.

 

Für Verbraucher hat das mehrere Vorteile:

  • vollkommen naturbelassen

  • nicht erhitzt

  • nicht gefiltert

  • keine Verarbeitungsschritte

Der Honig befindet sich exakt in dem Zustand, in dem ihn die Bienen produziert haben.


Warum Wabenhonig ein Premiumprodukt ist

Die Herstellung von Wabenhonig ist für Bienen deutlich aufwendiger als die Produktion von Schleuderhonig.

 

Bienen müssen für Wabenhonig neue Waben bauen, während beim Schleuderhonig vorhandene Waben mehrfach verwendet werden.

 

Für die Produktion von Wachs benötigen Bienen enorme Energiemengen. Studien zeigen, dass Bienen ungefähr 8 kg Honig verbrauchen müssen, um 1 kg Wachs zu erzeugen.

 

Das bedeutet:

  • hoher Energieaufwand für das Volk

  • geringere Honigmenge pro Volk

  • aufwendigere Betriebsweise

Aus diesem Grund ist Wabenhonig ein seltenes und hochwertiges Produkt, das in der Direktvermarktung meist deutlich höhere Preise erzielt als normaler Honig.


Voraussetzungen für erfolgreiche Wabenhonigproduktion

Bevor ein Volk Wabenhonig produziert, müssen mehrere Faktoren stimmen:

  • sehr starke Bienenvölker

  • viele junge Baubienen

  • intensiver Bautrieb

  • starke Tracht

  • richtige Betriebsweise

Fehlt einer dieser Punkte, wird die Produktion häufig ungleichmäßig oder unvollständig.


Die richtigen Bienenvölker

Der wichtigste Erfolgsfaktor für Wabenhonig sind extrem starke Bienenvölker.

 

Nur Völker mit vielen jungen Baubienen können:

  • frische Naturwaben schnell bauen

  • große Mengen Nektar eintragen

  • die Waben vollständig füllen

  • die Waben makellos verdeckeln

Schwächere Völker zeigen häufig folgende Probleme:

  • langsamer Wabenbau

  • ungleichmäßiger Ausbau

  • unverdeckelte Zellen

  • teilweise gefüllte Waben

Solche Waben sind später oft nicht vermarktungsfähig.

 

Merkmale geeigneter Wabenhonigvölker

 

Geeignete Völker sollten:

  • eine sehr große Bienenmasse besitzen

  • viele junge Arbeiterinnen enthalten

  • eine leistungsstarke Königin haben

  • nicht in Schwarmstimmung sein

Viele Imker arbeiten daher mit einer kompakten Brutraumführung, um maximale Volksstärke zur Haupttracht zu erreichen.

 

Ein Volk in Schwarmstimmung stellt seine Bautätigkeit weitgehend ein – damit ist die Wabenhonigproduktion meist beendet.


Der richtige Zeitpunkt zum Aufsetzen

Ein häufiger Fehler ist, den Wabenhonigraum zu früh aufzusetzen.

 

Zu Beginn einer Tracht konzentrieren sich die Bienen auf Nektareintrag, nicht auf intensiven Wabenbau.

Bewährt hat sich daher folgende Vorgehensweise:

 

Schritt 1


Zuerst wird ein normaler Honigraum mit ausgebauten Waben aufgesetzt.

 

Schritt 2

 

Kurz vor dem Höhepunkt der Tracht wird der Wabenhonigraum darunter gesetzt.

Zu diesem Zeitpunkt:

  • sind die Völker maximal stark

  • herrscht intensiver Bautrieb

  • wird viel Nektar eingetragen

Jetzt beginnen die Bienen zuverlässig mit dem Ausbau der Waben.


Aufbau des Honigraums mit unserem Wabenhonigsystem

Unser Wabenhonigsystem besteht aus Trägerrahmen, in denen mehrere einzelne Wabenhonigelemente gebaut werden.

 

Die Bienen bauen darin frische Naturwaben, die später direkt entnommen und verpackt werden können, ohne dass große Waben geschnitten werden müssen.

 

Das hat mehrere Vorteile:

  • saubere Wabenstruktur

  • weniger Bruch beim Schneiden

  • gleichmäßige Portionen

  • deutlich schnellere Verarbeitung


Idealfall: komplette Zarge mit Wabenhonigsystem

Die beste Methode ist, eine komplette Honigzarge ausschließlich mit Wabenhonig-Trägerrahmen zu bestücken.

 

Vorteile:

  • gleichmäßiger Wabenbau

  • kein Wildbau

  • saubere Wabenführung

  • optimaler Ausbau aller Elemente

Die Bienen arbeiten dabei in einer geschlossenen Einheit und bauen die einzelnen Elemente meist sehr sauber aus.


Teilbelegung des Honigraums – unbedingt mit Trennschieden arbeiten

Manchmal soll nur ein Teil des Honigraums für Wabenhonig genutzt werden.

 

In diesem Fall ist es wichtig, den Bereich klar vom restlichen Honigraum zu trennen.

 

Ohne Trennung entstehen häufig:

  • Verbau zwischen Rähmchen

  • schiefer Naturbau

  • beschädigte Waben beim Ziehen

Hier kommen Trennschiede zum Einsatz.

 

Aufbau mit Trennschieden

 

Der Honigraum sollte dann so aufgebaut sein:

 

→ normale Honigraumrähmchen
→ Trennschied
→ (mehrere) Wabenhonig-Trägerrahmen
→ Trennschied
→ normale Honigraumrähmchen

 

Die Trennschiede sorgen dafür, dass:

  • der Wabenhonigbereich klar abgegrenzt ist

  • die Bienen sauber bauen

  • kein Wildbau entsteht

  • die Waben später leicht entnommen werden können

Gerade beim Naturbau ist diese Trennung sehr wichtig.


Kontrolle während der Massentracht

Während der Haupttracht sollte der Ausbau regelmäßig kontrolliert werden.

 

Empfehlung:

 

Kontrolle alle paar Tage

 

Dabei wird überprüft:

  • Fortschritt des Wabenbaus

  • Füllgrad der Waben

  • Gleichmäßigkeit des Ausbaus

Falls Randwaben schlechter ausgebaut werden, können sie in die Mitte gehängt werden, wo die Bautätigkeit meist stärker ist.

 

Sobald etwa zwei Drittel der Waben ausgebaut sind und die Tracht anhält, kann ein weiterer Honigraum aufgesetzt werden.


Geeignete Honigsorten für Wabenhonig

Nicht jede Tracht eignet sich für Wabenhonig.

 

Ideal sind Honige, die lange flüssig bleiben.

 

Geeignete Trachten sind beispielsweise:

  • Akazienhonig

  • Edelkastanienhonig

  • Waldhonig

Frühtrachten wie Raps kristallisieren oft bereits in der Wabe und eignen sich daher nur bedingt für Wabenhonig.


Der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Die Ernte erfolgt, sobald:

  • die Waben vollständig gefüllt sind

  • alle Zellen verdeckelt sind

  • die Waben makellos erscheinen

Der ideale Zeitpunkt ist am frühen Vormittag, wenn noch wenig frischer Nektar eingetragen wurde.

 

Um eine bienenfreie Entnahme zu ermöglichen, wird ein bis zwei Tage vorher eine Bienenflucht eingelegt.


Hygiene bei der Verarbeitung

Nach der Entnahme aus dem Volk gelten die gleichen Anforderungen wie bei anderen Honigprodukten.

 

Der Verarbeitungsraum sollte:

  • sauber und ordentlich sein

  • glatte, abwaschbare Oberflächen besitzen

  • eine Handwaschgelegenheit haben

Saubere Kleidung und gewaschene Hände sind selbstverständlich.


Verpackung – der erste Eindruck zählt

Wabenhonig ist ein Premiumprodukt.

 

Die Verpackung sollte diese Wertigkeit widerspiegeln.

 

Mögliche Verpackungen sind:

  • Zellglasbeutel

  • transparente Kunststoffboxen

  • hochwertige Kartonagen mit Sichtfenster

Eine hochwertige Verpackung unterstützt nicht nur den Verkaufspreis, sondern vermittelt auch Vertrauen.


Vermarktung von Wabenhonig

Wabenhonig erzielt in der Regel deutlich höhere Preise als Schleuderhonig.

 

Je nach Markt liegen die Preise häufig beim zwei- bis dreifachen von hochwertigem Schleuderhonig.

 

Typische Verkaufspreise liegen häufig zwischen:

 

35,- € und über 60,- € pro Kilogramm

 

Der wichtigste Verkaufsfaktor ist jedoch die Geschichte hinter dem Produkt.


Storytelling für die Direktvermarktung

Kunden kaufen Wabenhonig besonders gerne, wenn sie verstehen, was sie vor sich haben.

 

Typische Aussagen sind:

  • „Honig in seiner ursprünglichsten Form“

  • „Direkt aus dem Bienenstock“

  • „Von den Bienen selbst versiegelt“

Die sichtbare Wabe ist dabei das stärkste Qualitätsversprechen.

 

Der Kunde erkennt sofort:

 

Dieser Honig ist unverfälscht.


Typische Fehler bei der Wabenhonigproduktion

Viele Probleme entstehen durch kleine Fehler in der Betriebsweise.

 

Die häufigsten sind:

 

Zu schwache Völker
→ langsamer Wabenbau

 

Zu früher Zeitpunkt
→ wenig Bautrieb

 

Teilbelegung ohne Trennschiede
→ Verbau zwischen Rähmchen

 

Schwarmstimmung
→ Bautätigkeit stoppt

 

Ungeeignete Tracht
→ Honig kristallisiert in der Wabe

 

Wer diese Punkte beachtet, kann die Erfolgsquote deutlich erhöhen.


Fazit

Die Produktion von Wabenhonig gehört zu den anspruchsvolleren Bereichen der Imkerei – belohnt jedoch mit einem außergewöhnlichen Produkt.

 

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in drei Faktoren:

  • extrem starke Bienenvölker

  • der richtige Zeitpunkt zur Haupttracht

  • ein durchdachtes Wabenhonigsystem

Unser Wabenhonigsystem ermöglicht eine besonders saubere und effiziente Produktion – vor allem dann, wenn komplette Honigräume damit bestückt werden oder bei Teilbelegung mit Trennschieden gearbeitet wird.

 

So entstehen makellose Naturwaben, die direkt als hochwertiges Premiumprodukt vermarktet werden können – Honig in seiner ursprünglichsten Form.